Montag, Oktober 30, 2006

traumtanz

seit ich angefangen habe, bücher über wissenschaftliches arbeiten/ prüfungssituationen / stressbewältigung in selbigen /[...] zu lesen, stoße ich immer wieder auf die mär, man solle sich das auditorium oder die vorgesetzten nackt vorstellen --
freud, der olle schwerenöter, behauptet, die träume seien ein spiegel der seele --

was bedeutet es in diesen zusammenhängen, dass ich in dieser woche schon zwei mal anzüglich (bzw. auszüglich, wenn es dieses wort denn gäbe) von meinem professor für systematische musikwissenschaft geträumt habe??

Mittwoch, Oktober 25, 2006

helden

held der universität: herr thomas schinköth, bei dem ich die seminare "stimmen!stimmen! vokalmusik im 20. und 21. jahrhundert" und "grenzgänge/r - von erik satie bis helge schneider" und außerdem hoffentlich demnächst gehörbildung belege. dieser mann ist ein so unglaublich kreativer, unkonventioneller, begeisternder, exzentrischer und vielseitiger mensch, dass mir jedes mal vor begeisterung der mund offen stehen bleibt. und nach den jeweils 90 seminarminuten habe ich außerdem wangenmuskelkater vom vielen lachen - und noch eine menge dazugelernt.

held der musik: diesen posten teilen sich derzeit 2 komponisten--

1. erik satie, ein, wie er selbst von sich schrieb, "sehr junger mann in einer sehr alten zeit". wunderschöne, blauschimmernde kompositionen voller transzendierender harmonien und meditativer melodien. zu gewagt für die spätromantiker und impressionisten der jahrhundertwende, ein bisschen dada, ein bisschen gotik, verzicht auf alles verzichtbare. zeitlos schön, doch zu seiner zeit leider zumeist unverstanden.
2. rudolf würthner. aus (gruseligen) bayrischen volksmusiken und oktoberfestatmosphäre eine komplett ansprechende, wohldurchdachte rhapsodie im stile eines quodlibets zu machen, verdient auf alle fälle den heldenstatus.

Dienstag, Oktober 24, 2006

karussell

ist es der herbst oder was ist es, das mich immer wieder an längst vergangenes, aber noch lange nicht bewältigtes zurückdenken lässt?
cocorosies tekno love song wirft mich gefühlsmäßig schlagartig viele monate zurück in eine zeit, die für mich von einem alles vernichtenden gefühlsbrand geprägt war. verkrampftes herz und aufwändig zelebriertes leiden. der blick, völlig nach innen gerichtet, nimmt die umgebung gar nicht wahr. einsamkeit und alles so kalt.
die west ice-zigaretten, die ich mir heute - um meinen kratzhals ein bisschen zu schonen - gekauft habe, versetzen mich in den letzten winter, in dem ich noch von dingen zu träumen wagte und somnambul in gedankenwelten umherirrte (so schön!), auf die ich jetzt nur noch durch rostige und siebenfach verschlossene tore blicke. hoffnung lag in der luft, alles war voll von bedeutung und dem glauben auf ein gutes ende, das nie kommen würde, aber die illusion --
schlaflose regennächte, fremdsein in einer neuen stadt und auch: freiheit.
fotos bringen erinnerungen an unbeschwerte tage zurück. doch die dimensionen der realität (was ist das?) schieben sich übereinander, sind verzerrt im rückblick. dennoch ein gefühl der unbeschwertheit beim anblick.
ein jahr ist vergangen und so vieles fühlt sich an wie auf anfang. nur mit umgekehrten vorzeichen.
viel gehofft, wenig gewagt und die traurigkeit zerfrisst mich in diesen minuten, in denen ich allein bin mit dem herbstmurmeln, verirrten scheinwerfern und einer west ice.

fundstück II

ich kann mir nicht merken, dich zu vergessen
(aus: memento)

Montag, Oktober 23, 2006

strunz

beim eigentlich tollen komparatistikseminar (thema: expressionismus) kamen mir heute wieder ziemlich bekloppte ideen, die dann im eigentlich auch tollen vokalmusikseminar im anschluss noch verfeinert wurden. arvo pärts musik ist schuld, ehrlich!

miss-wahl, teil 1
preisträgermesse. ich gehe gemessenen schrittes durch die gänge, möchte sie sehen, die missen, die sich miteinander gemessen, kämpfe mit dem messer ausgetragen haben. die messlatte liegt hoch, von messdienern nach maß zurechtgelegt. der erste miss-stand auf der messe: "miss geburt", lese ich. nur, wo ist die miss? da, unter dem stand, liegt sie in einem architektonisch missratenen geburtsbecken - wie ich messerscharf kombiniere -, um ihre qualitäten vorzuführen. "mist!", ruft sie, "der kleine ist mir ja völlig misslungen!". ich habe kurz mitleid mit allen beteiligten und laufe dann weiter zum nächsten missstand.


-- ja, soviel dazu...

musikwochenende

nur kurz, weil ich müde bin und noch fünf milliarden expressionistische gedichte vergleichend interpretieren muss:

samstag:
probe mit einem kleinen teil des orchesters für den orchesterwettbewerb im nächsten jahr in innsbruck. kurz gesagt: es war eine ziemliche katastrophe. aber ich habe größtenteils richtig gespielt.
dann noch götz alsmann. dieser mann ist ein gott!!

sonntag:
kirchenkonzert mit dem orchester - mitten in der nacht! aber scheint wohl ganz gut gewesen zu sein. man selbst findet das ja nie...
konzert annett louisan. wundervolle arrangements, klasse musiker und die frau selbst ist einfach nur ein augen- und ohrenschmaus *schmatzt genüsslich*

UND: ich habe jetzt die komplette software, um meinen ipod mit musik zu bestücken. hab ich auch gleich gemacht und bin selig.

Montag, Oktober 16, 2006

ich habe halsschmerzen, die nase tropft, ich rauche trotzdem munter weiter, höre abwechselnd björk und cocorosie, esse oliven knapp über dem verfallsdatum, räume nicht auf, brummele didgeridoolike auf dem staubsaugerrohr, habe heute lediglich 2 apfelsinen und seltsame instantnudeln gegessen, bin müde, kann nicht schlafen, meditiere über kängurus am nordpol... die denkrakete ist explodiert.

plage

nein, die überschrift bezieht sich nicht darauf, dass morgen die uni hochoffiziell wieder beginnt. ganz im gegenteil: ich freue mich! mein stundenplan sieht von der optik her prima aus und es sind viele interessante seminare dabei.
der eigentliche grund ist folgender: die mücken haben ihre wintermäntel rausgeholt und bäumen sich just am heutigen abend zu einer finalen blutrünstigen attacke auf meine zarte porzellanhaut auf. final, weil: ihre existenz fand ein - für sie wahrscheinlich - trauriges ende zwischen meinen porzellanhauthandflächen.

Sonntag, Oktober 15, 2006

...ob sich rentiere rentieren?

Samstag, Oktober 14, 2006

frühstücksphilosophie

heute habe ich mit einigen bekannten und halbbekannten kommilitonen frühgestückt...nein...gefrühstückt. die mitbewohnerin der einen studiert baumschulwesen. darüber haben wir uns dann eine halbe stunde lang unterhalten (es waren größtenteils philosophiestudenten anwesend): muss man da spezielle pädagogikseminare besuchen? ein bisschen schwierig (das heißt jetzt auf neudeutsch: verhaltensoriginell, hab ich mir sagen lassen) sind sie ja schon, die antworten mögen ein bisschen schwer zu verstehen sein, legastheniker sind sie auch, wenn nicht gar autistisch veranlagt. aber wenigstens sind sie gut vorbereitet, jedenfalls von märz bis november: blätter haben sie immer dabei! (ganz tief in die wortspielkiste gegriffen). und so weiter und so fort, auf eine halbe stunde ausgedehnt. solche sachen machen studenten, wenn sie frühstücken... untergang des abendlandes!?

rückblick

damit es hier mal wieder ein bisschen bunter wird, weil es zur aktuellen wetterlage passt und wegen der schönen erinnerung:
das habe ich vor ziemlich genau einem jahr gemacht >>





(teilnahmslos haben wir natürlich nur für's foto dagestanden! tatsächlich haben wir sehr engagiert eine erzgebirgswiese gemäht und andere spannende dinge. also, ich habe vor allem der 3jährigen tochter meiner chefin gewaltfreie märchen erzählt. später sind wir dann auch zusammen über die heuhaufen gehüpft.)

Freitag, Oktober 13, 2006

geständnisse

ist schon mal jemandem aufgefallen, dass uhue... uhus... im 7/4-takt uhuen? ist das gesang? eine gewisse musizität kann man dem ja nicht absprechen. also, gesang. freestyle. obwohl, so free dann doch nicht, da schon irgendwie taktgebunden. 7/4 nämlich -- mein lieblingstakt! meine lieblingstonart ist im übrigen a-moll, falls es jemandem mal einfallen sollte, mir ein lied zu komponieren. bitte a-moll. e-moll ist auch nicht schlecht. zum beispiel der erste satz der dresdner skizzen von herrn kunert, der ist mir schon sehr sympathisch. so sehr, dass ich mir von meinem orchester gewünscht habe, im falle einer plötzlichen frühversterbung, mir das doch am noch geöffneten urnengrab zu spielen, vielleicht während jemand grad erde drüber kippt. obwohl die orchestermenschen zwar geschlossen finden, dieser satz sei doch sehr fröhlich und so gar nicht traurig. ich sehe das anders. nun gut, die melodieführung ist jetzt nicht die traurigste der welt, doch man kann diese wohl kaum isoliert betrachten.
dies meine vernebelten ausführungen nach einer schlafarmen nacht. confessions of a dangerous mind, nur ohne confessions. und dangerous bin ich auch maximal in ausnahmefällen. hab mich hier nur mal bildzeitungsmethoden bedient.

schönes lied zum tag: the dresden dolls mit "slide"

Sonntag, Oktober 08, 2006

fassmichnichtan

nachdem mein berlinbesuch und ich gestern im bimbotown (trommelduo+synthesizer - mischung aus safri duo und stomp) waren und wir uns in bedenklich kurzen abständen den magen vollgeschlagen haben (eis, dürüm, honigerdnüsse...), dachten wir uns heute: KULTUR!! und da ich da ohnehin noch nie war, lag es nahe, mal ins bildermuseum zu gehen. karten für die dauerausstellung wurden gekauft und dann volle dröhnung neo rauch (naja...), peter doig (toll) und bilder vom mittelalter bis zur jahrhundertwende. oder so. ich weiß das nicht mehr ganz genau, da ich von den meisten malern noch nie gehört hatte und mich auch 90% nicht unbedingt begeistert haben. ich freute mich lediglich, wenn ich schludrige licht-schatten-ausarbeitung oder anatomisch unmögliche handhaltungen entdeckte.
wer beim lesen bisher nur dachte: laaaaangweilig, hat wahrscheinlich recht. die pointe kommt auch noch.
nämlich.
es hing dort ein bild von einer frau. erst mal nicht weiter schlimm ;-) sie hatte allerdings zwei völlig unterschiedlich große brüste. ich schätze mal zur verdeutlichung: die eine wog 1kg und die andere 8kg. vielleicht mehr, vielleicht weniger - fakt ist: der unterschied war enorm. ich gehe also näher an das bild und will meinem besuch meine unglaubliche beobachtungsgabe demonstrieren. gehe noch näher und zeige mit dem finger auf die wölbungen, ohne jedoch - natürlich - das bild zu berühren. und plötzlich: ALARM!!! mein besuch hat das erst gar nicht registriert und ich dachte nur ups.... ein bilderbewacher kam hereingestürmt, bemerkte, dass es sich nicht um einen diebstahlsversuch handelt und meinte nur mit einem dicken grinsen im gesicht: "bitte 50cm abstand halten, sonst schlägt der laser an". dann musste er noch in seiner zentrale anrufen und sagen, dass nichts weiter sei und fertig.
im folgenden hielt ich sicherheitshalber 2m abstand zu den exponaten.

Samstag, Oktober 07, 2006

kleineswunder

heute hat mich über das studiverzeichnis mein bester kindergarten- und grundschulfreund angeschrieben. wir haben uns nach der 2. klasse aus den augen verloren, als ich umgezogen und auf eine andere schule gegangen bin. in der 5. klasse waren wir dann zwar wieder auf der gleichen schule, aber das ist ja so eine ganz eigenartige phase, in der jungs generell ganz doof und albern sind. und dann ist er weggezogen. ganz weit weg. vor 2 jahren habe ich dann mal den versuch unternommen, ihn mit hilfe des telefonbuches zu finden - was sogar funktioniert hat. aber ich habe nie geschrieben oder angerufen. und heute schreibt er mir!!! ich denke die ganze zeit nur: wahnsinn! wahnsinn! wahnsinn!, also, im positiven sinne.

Donnerstag, September 28, 2006

singsang

morgen bis sonntag werde ich ein seminar für obertongesang und didgeridoo besuchen - bin mächtig gespannt!

die miezekatze hat sich soeben auf dem bildschirm niedergelassen und ruht jetzt friedlich. ich werde jetzt kopfüber in das wasserbett meiner eltern, die im urlaub sind, hüpfen, damit ich für morgen - letzter arbeitstag!! - ausgeruht bin.

heute über folgendes nachgedacht:
° beliebte beleibte (sind mir nicht viele eingefallen...)
° das wort mitglied
außerdem noch sehr ausschweifend über sozialphänomene

Mittwoch, September 27, 2006

audiovision

heute habe ich intensiv über eine komposition nachgedacht.
eine, die ich mal schreiben werde. folgendermaßen:

sonate für akkordeonorchester und 2 flöten ad libidum
1. satz: der schabrackentapir
2. satz: der nackmull
3. satz: das gnu
ich dachte auch noch an einen vierten satz mit dem titel der schabrackentapir frisst den nacktmull und das gnu... schaut zu, fand das dann aber zu bildhaft. aus dem selben grund wird es auch den fünften satz mit dem titel das gnu muss sich wegen unterlassener hilfeleistung vor dem obersten tiergerichtshof verantworten NICHT geben.
überhaupt gibt es natürlich noch nicht eine einzige note davon. aber zumindest für den ersten satz habe ich - was die struktur angeht - schon eine recht konkrete idee. und damit bin ich schon einen entscheidenden schritt weiter als mit meiner anderen, noch ausstehenden, komposition, der sinfonie für fan-elemente.
das wird!
das wird!



des weiteren war heute das radio sehr laut und die eine kollegin, ein richtiges schnatterinchen, ist im urlaub, sodass ich in meinen wenigen wachen augenblicken gezwungen war, zuzuhören.
singt shakira tatsächlich "meine hüften lügen nicht" ???
und singt die eine... kelly clarkson (??) tatsächlich "wegen dir habe ich keine angst, vom bordstein zu fallen" ???
mit meinem glauben an popmusik kann es kaum noch bergab gehen... aber sollte ich tatsächlich richtig gehört haben, wird ein weiterer schritt nach unten auf jeden fall drin sein.

Mittwoch, September 20, 2006

kakophonie

erst mal vorweg: ich habe heute mit den beiden menschen, mit denen ich auf arbeit am meisten zu tun habe, mehr geredet als in den letzten 12 tagen zusammen! ich werte das für mich als erfolg. das sind aber auch die einzigen beiden, zu denen ich überhaupt so etwas wie eine verbindung herstellen kann.
und alles nur, weil mir heute die pneumatische maschine kaputt gegangen ist! was das alles bewirken kann...

was das eigentliche thema betrifft:
ich bin ja manchmal recht empfindlich, was mitsingen oder -pfeifen zu radioliedern angeht. und, wie soll ich sagen... bei uns läuft 8 stunden durchgängig radio, nur bekannte lieder, und ständig singt oder pfeift jemand mit. und zwar: konsequent falsch! ich leide deshalb große qualen. sicher möchte ich niemandem vorsatz unterstellen, aber manchmal - besonders, wenn die nacht mal wieder nur 4 stunden lang war, der kaffee nicht geschmeckt hat, ich zu spät losgefahren bin und dann auch noch lahme autofahrer vor mir usw.usf. - fühlt es sich wie eine ganz gemeine verschwörung an. nennt mich ruhig mimose oder fox mulder...

Samstag, September 16, 2006

nachträge

bin doch ein wenig knülle.
es ist nicht die arbeit, die schuld ist. naja, vielleicht ein bisschen, weil es eben immer das selbe ist. aber vor allem ist es die arbeitsZEIT. halb 7 aufstehen ist überhaupt nix für mich. ich weiß gar nicht, wie ich das damals in der schulzeit geschafft habe... hier jedenfalls ein paar nachträge aus den letzten 1 1/2 wochen:


UNART
ich kann mir wirklich nicht erklären, was das soll. ich meine dieses flapsig hingeworfene, manchmal allerdings auch sehr energische "mahlzeit!" (bzw. hier in dresden: "mohlzeijd"). am anfang fand ich es noch witzig, irgendwie authentisch, wenngleich auch befremdlich. aber inzwischen hat sich gegen dieses wort eine derartige abneigung entwickelt, dass ich a) zu beginn jeder mittagspause recht aggressiv bin (still aggressiv natürlich) und mir b) taktiken ausdenke, das alles zu vermeiden. folgendes wurde bisher ausprobiert:
- etwas später als die anderen in die mittagspause gehen. das hat sich als nicht wirksam erwiesen, da man da auch noch mehr als genug leute trifft. außerdem ist die pause dann ja kürzer.
- wenn ich jemandem mit essen begegne, wünsche ich demonstrativ einen "guten appetit". das ist jetzt zwar auch nicht das nonplusultra, aber besser als MOHLZEIJD auf jeden fall. problem an der sache: ich bekam trotzdem stets ein MOHLZEIJD zurück!! unglaublich...
- keinen menschen anschauen, sondern einfach auf den boden oder die spannenden häuserwände oder in den himmel starren. das hilft bisher am besten.



SOZIALKRÜPPEL
ich.
die leute, die dort arbeiten, wo ich momentan auch bin, unterhalten sich ständig. über alles, das der smalltalk so zu bieten hat. ausführlichst. ich frage mich, weshalb ich dazu nicht in der lage bin. sind es die themen? sind es die menschen? bin ich es?? vielleicht ist das alles unwichtig, aber ich fühle mich so kommunikationshemmend. für überheblich will ich auch nicht gehalten werden. , denn ich glaube, so wirkt es, wenn man sich jeglicher unterhaltung entzieht oder maximal knappste antworten gibt und sich dann wieder (scheinbar) in seine arbeit versenkt. dabei stimmt das aber nur äußerlich. in wirklichkeit unternehme ich ausgedehnte fantasiereisen und träume nonstop vor mich hin. meistens sind es zukunftsträume: so war ich schon einen tag lang leuchtturmwärterin und bauwagenkoloniebewohnerin und landwirtin und schundromanautorin und mutje und baummensch und so weiter. jeden tag eine andere fantasie. da bleibt dann keine zeit für triviale gespräche.
nur: wie erklärt man das?
nicht, dass die menschen bisher gefragt hätten. aber sie denken sich sicher ihren teil. ich möchte z.b. wirklich nicht, dass sie denken, ich würde in irgendeiner weise von oben auf sie herabschauen.
ideen??




UNSINN
8 stunden bieten nicht nur ausreichend gelegenheit für ausgedehntes kopfkino, sondern verführen auch zu allerhand unsinnigen gedanken. oder es liegt an der arbeit: stecker (in originalsprache: steggorschn) und federkontakte (fedorgondaggde) zu tausenden herstellen.
hier mal einige beispiele aus den folgenden 3 kategorien: strunzlyrik (1), titel für dokumentationen (2) und verschwörungstheorien (3). achtung, es wird gleich ganz schlimm!

(1)
vorschläge sind auch schläge
mit dem vorschlaghammer
in den schädel gedroschen
willst mich
vorzeigen
herzeigen
zeig her dein fleisch!
die fleisch- und wurstwarenabteilung
ist doch die wichtigste im kaufhaus
frau

(2)
wenn alle därme brechen - gastroenterologen im noteinsatz

(3)
der g*****fleischskandal ist eine taktik rechtspopulistischer parteien, damit die dönerläden bierlokalen weichen.
einen komplett leeren laden - der sonst normalerweise massig kunden hat - fand ich z.b. gestern vor, als ich mir, da ich gerade in der nähe war, meinen liebsten vegetarischen halloumi-dürüm kaufte. die verkäufer und kellner saßen vor dem laden und hatten nix zu tun. es dürfte nur noch eine frage der zeit sein, bis es der döner-, der dönerbrot- und der dönerbrotofenindustrie ganz schlecht geht.



ANKÜNDIGUNG
in erster linie für alle dresdner oder dresden-besucher

am sonntag, den 24. september, um 17 uhr spielt das dresdner akkordeonorchester im ballhaus watzke. titel des programms ist "dresdner skizzen", weil zum 800jährigen stadtjubiläum dresdner komponisten geehrt werden sollen, zumindest im ersten teil. folgendes wird dargeboten (keine reihenfolge):
festliches präludium (max spielhaus)
dresdner suite, invention 2 - "frauenkirche" (m. spielhaus)
ach, wie ist's möglich dann (alfred olbrich)
petite martine (diethmar walther)
dresdner skizzen (heinz kunert)
aus: pastorale francaise: sarabande (cathedrale) und quodlibet (paris), hugo herrmann
cabaret (john kander/ h.g. kölz)
tango medley (hans boll)
brasilia (arr. w. münch)

Dienstag, September 05, 2006

die arbeit hingegen...
von 7 uhr (mitten in der nacht!!) bis 16 uhr arbeite ich seit 2 tagen in einer firma, die schweißgeräte herstellt. per hand, oder, naja: maschinengestützte handarbeit. ich habe gestern und heute auch fast den ganzen tag sogenannte federkontakte gebastelt. und das geht nämlich so: im ersten schritt wird isolierter kupferdraht auf eine länge von 10cm zugeschnitten. das macht die maschine, man muss nur aufpassen. dann kommt mithilfe eines pneumatischen geräts ein teil der isolierung ab. schritt 3 ist das aufpneumatisieren von golden glänzenden... nupsis... die haben ein bisschen ähnlichkeit mit klinkensteckern, nur in klein. zum schluss bekommt jeder draht noch eine schwarze kunststoffmütze aufgesetzt. jeder. einzeln. 2000 mal. unglaublich spannend!!
seit heute nachmittag stelle ich allerdings stecker her und damit werde ich wohl auch morgen noch den ganzen tag gut zu tun haben.
ist ja alles für einen guten zweck.
noch 18 tage.
meine radtour war ja richtig schön. obwohl es am ende 160 statt 140km waren, schätzungsweise. gefühlt eher 600.
man sieht so viel und klänge und gerüche überall - fantastisch. nach den ersten 20km dachte ich noch so "ok, das war jetzt alles ein großer scherz, umkehren, in den zug setzen und in 1 stunde 40 minuten in dresden sein". doch nichts da! und schon nach 30km war ich dann richtig drin und hatte freude. einige male habe ich mich verfahren (verfahrensfehler? ;-) tautologie...), deshalb auch 160km. für diese brauchte ich im übrigen 10 stunden, bin eben ein bisschen langsam bzw. zu rastbegierig. ich ruhte auf einer großmutterbank unter einer urgroßmuttereiche, unterhielt mich mit schafen und holte mir sogar einen sonnenbrand - kaum zu glauben bei diesem sommer im schneehasenpelz dieses jahr! - und vieles mehr.
geruch des tages: matschbirnen auf heißem asphalt
geräusch des tages: määäääääh
gefühl des tages: kurz vorm oberschenkelkrampf nach dem erklimmen eines berges im 3. gang (sportlicher ehrgeiz kann leicht mit torheit verwechselt werden...)
geschmack des tages: salz auf meiner haut

Freitag, September 01, 2006

ausfahrt

heute werde ich mal mit dem fahrrad von leipzig nach dresden fahren, das sind so ca. 140 kilometer. ich bin sehr gespannt, wann ich ankommen werde, FALLS ich ankommen werde. so weit bin ich, glaube ich, noch nie am stück gefahren. und das auch noch mit meinem 3-gang-fahrrad. dennoch bin ich guter dinge, denn die sonne scheint und es regnet nicht (reminiszenz an den russischunterricht: so[l]nze swjedit i doschd nje idiot). und eine fahrradkarte habe ich auch (gut, die orte sind alle sehr klein und mit straßennamen fangen die gar nicht erst an...) - was sollte also schief gehen?
in dresden werde ich ab montag den ganzen september über arbeiten, um mir einen meiner großen träume - 12 (+/- 3) tage new york über silvester!! - ermöglichen zu können. ich habe ja noch nie so richtig gearbeitet... ok, beim föj ein jahr lang... aber irgendwie zählt das für mich nicht so richtig. aber ich bin optimistisch, schließlich flimmert vor meinem inneren auge schon die skyline.

Donnerstag, August 31, 2006

wurm

als ich mit silke vor kurzem durch berlin gelaufen bin, sprachen wir über verbalohrwürmer, also, worte oder wortgruppen, die einem einfach nicht mehr aus dem kopf gehen. ich meinte, ich hätte so etwas noch nie gehabt. jetzt allerdings sitzt mir schon seit einigen tagen so ein wurm im ohr und flüstert mir die ganze zeit zu: "guthri-test". davon habe ich vor jahren im bio-leistungskurs zum ersten mal gehört. es ist ein test, der bei neugeborenen gemacht wird (soweit ich mich erinnern kann), um zu schauen ob sie phenylketonurie haben, also eine phenylalaninunverträglichkeit. so weit die theorie. wie ich gerade darauf komme bzw. mein unterbewusstsein, ist mir ein rätsel...
guthri-test, guthri-test...
RUHE JETZT !!!

Freitag, August 25, 2006

rausschmiss

heute habe ich wieder eine bitte für eine gedenkminute.
es geht um einen kleinen, eisigen kerl. heute wurde beschlossen, ihn aus seiner familie zu nehmen. mit seinen 8 geschwistern darf er zwar noch spielen, aber verwandt sind sie rein rechtlich nicht mehr. er war aber ohnehin immer ganz schön außen vor.
der kleine heißt pluto.
er gehört nun nicht mehr zum sonnensystem.
vielleicht findet er das aber auch gar nicht so schlimm, denn immerhin wurde seinetwegen eine neue himmelskörperklasse gegründet. namen hab ich vergessen, aber in etwa heißt sie "miniplaneten". ah, ich weiß wieder: zwergplaneten.

Donnerstag, August 24, 2006

zurück

schon seit über einer woche bin ich zurück in dresden. allerdings bin ich auch gerade sehr unmotiviert, zu schreiben.
viele schöne erlebnisse hatte ich im laufe der woche und mir geht's prächtig. das muss vorerst reichen.

Freitag, August 11, 2006

murphy

ja, ich bin noch hier in leipzig. ich dachte mir, hey, anne, es wäre doch mal an der zeit, eine testreihe über murphy's gesetz anzutreten. hab ich gemacht. war kostenintensiv.
eine tragikkomödie, mal wieder, die ich aber grad nicht erzählen kann, weil ich VOR einer halben stunde in berlin sein soll. ich finde, jetzt wäre es an der zeit, mir einen funktionsfähigen beamer ( star trek - like) oder den warpantrieb zu präsentieren...

jetzt weg, anne

meer

in wenigen stunden werde ich mich gen ostsee aufmachen. ich weiß zwar noch nicht, wie ich nach berlin kommen soll, wo die kleingruppe sich trifft, aber wird schon irgendwie gehen.

Mittwoch, August 09, 2006

bewegt

die wunder verschiedener techniken ermöglichen es, dass seit heute morgen fast die gesamte filmmusik von "die kinder des monsieur mathieu" mein gemüt und mein kleines, reines herz berührt. besonders "vois sur ton chemin" treibt mir jedes mal die tränen in die augen. wenn man bedenkt, dass das hier quasi (lat.: gleichsam ;-) ) auf dauerrepeat läuft, kann man sich vorstellen, wie meine momentanen sichtverhältnisse sind. außerdem möchte ich jetzt gern eine lanze für diesen film brechen. nicht zu unrecht wird ihm unterstellt, er sei völlig, aber sowas von völlig utopisch und dass es ja gar nicht möglich sei, aus auf diesem gebiet total unerfahrenen jungen jungen einen chor zu basteln. nichtsdestotrotz (welch herrliches wort!!) kommt er meinen traumtänzerischen gutmenschenvorstellungen doch sehr entgegen. und zur musik habe ich eingangs schon etwas geschrieben.


von meinem kleinen lindgrün-metallenen baby (namensvorschläge dürfen gern per kommentar abgegeben werden!) gibt es auch neuigkeiten, allerdings keine erfreulichen. sie haben aber nichts mit dem kleinen an sich zu tun, sondern viel mehr mit seinem schwippschwager, dem herrn computer. dessen betriebssystem ist nämlich nicht mit der ipod-software kompatibel. grummel. das problem kann leider auch nicht sofort behoben werden aufgrund meiner technik-dropsigkeit (oder: -dropsizität ;-) ). also wird es wohl oder übel entweder ganz ohne den kleinen an die ostsee gehen oder mit der musik vom vorbesitzer. diese habe ich jetzt auch fast durchgehört... naja... enya fand ich auch schon mal besser. ist nicht mehr so meins. zu vorhersehbar. auch österreichische partykracher, von denen einige sich in den innnereien des grünlings befinden, führen eher dazu, dass sich mir die fußnägel hochrollen. so könnte ich das jetzt noch lange fortsetzen, aber: besser nicht.

morgen kommt katrin mich wieder besuchen und dann werden wir den großteil des tages damit verbringen, vor dem fernseher zu sitzen und die 2. staffel von "the l-word" (nein, mit latein hat das sicher nichts zu tun;-) ) anzusehen. ich möchte gar nicht drüber nachdenken, weshalb ich mir das so gern ansehe... naja, kurz gesagt: mit schönen frauen kriegt man mich immer ;-)


mit einem augenliderkrampf verabschiede ich mich in die nacht...

Montag, August 07, 2006

weihnachten

ich halte ihn nun endlich in der hand: meinen süßen kleinen ipod mini in zartem, augenschmeichelndem lindgrün-metallic! eigentlich wäre am freitag schon bescherung gewesen, aber da war ich nicht hier, um das geschenk entgegen zu nehmen. also heute. sehr putzig finde ich ja, dass der vorbesitzer seinen liederschatz draufgelassen hat. und so kommt es, dass ich gerade tokio hotel höre;-)
jetzt muss ich mal noch rausfinden, wie man lieder rauskickt, denn mir sagen nur ca. 30% wirklich zu.

stöckchen-aktualisierung:
welche technische entwicklung möchtest du unbedingt noch erleben?
° das beamen [ ]
° den warpantrieb [ ]
° teerfreie zigaretten [mission "mu.wi.-wg rauchfrei" ist in arbeit]
° den ipod in meinem haushalt [x]

Donnerstag, August 03, 2006

musikke

gleich, wenn hoffentlich mein niedlicher kleiner ipod endlich angekommen ist, geht es mal wieder nach dresden, da eine spontanspaßprobe mit einem teil des geliebten orchesters beschlossen wurde. ich kann das dringendst gebrauchen, denn am 24. september ist schon konzert und meine letzte probe war im märz...

das interview mit elmar schenkel kann man hier anhören, aus urheberrechtlichen gründen leider ohne die schöne musik, die er mitgebracht hatte.

Mittwoch, August 02, 2006

i.m.

heute bin ich bei j.k., meiner ganz ganz tollen lateinlehrerin, gewesen, um mir klausur und schein abzuholen. ich werde ganz sentimental und traurig, wenn ich daran denke, dass ich sie nicht nur nächstes semester nicht mehr in latein haben werde, sondern dass sie auch noch außer landes ist, weil sie wieder in oxford unterrichten wird. aus diesen gründen heute mal unser grundkursprüfungstext:


noch keine frauen in rom

Romulus urbe condita quosdam annos regebat incolas fortissimos, quibus valde placebat Roma, oppidum muris maximis undique circumdatum. Hi tamen nondum felices, sed miseri erant: nam neque ancillae neque dominae neque filiae Romae ullae vivebant. Itaque omnes Romani de beatitudine paene desperati Romulum regem oraverunt, ut sibi feminas ad familias augendas compararet. Romulus, cum Romani ei curae essent, promisit se eas inventurum esse. Dixit enim se die festo parato et gentibus propinquis invitatis feminas Sabinorum rapere velle. Ita evenit. Illo die Sabini et Sabinae, quod nihil timentes sine armis Romam venerant, facile a Romanis superati sunt. Feminae autem, quae bellum geri nolebant, libenter cum suis viris Romanis manserunt.

Montag, Juli 31, 2006

eben auf der suche nach campingplätzen an der ostsee auf einer homepage gelesen:
Zur Ostsee runter führt eine Slipanlage.
:-D

jabbadabbaduuuuuuu

ICH HABE LATEIN BESTANDEN !!!!!!

Sonntag, Juli 30, 2006

sommerabende

gestern und heute hatte ich mich mit nico, der unter mir und derzeit - ferienbedingt - auch allein in seiner wg wohnt zum abendlichen kochen und essen verabredet. schön und meinem seelenleben sehr zuträglich ist, dass es nicht nur beim essen blieb, sondern dass daraus immer ( immer erscheint womöglich etwas hochgegriffen angesichts der tatsache, dass wir das erst seit 2 tagen praktizieren, aber egal) wunderschöne stunden mit intensiven gesprächen bei wein und guter musik bei ihm auf dem fensterbrett wurden. es ist sehr gut möglich, dass ich aufgrund meiner bisherigen erfahrungen alles andere als vorurteilsfrei bin, aber ich behaupte an dieser stelle jetzt ganz keck: die männerwelt kann sich glücklich schätzen, dass es solche wie nico gibt!!

wort des abends: honigkuchenpferd
kapelle des abends: sigur ros

langsamst

nachdem ich den ersten satz der beethoven'schen mondscheinsonate erst einmal zu den akten gelegt habe, bis meine hände vielleicht durch zauberkräfte ein bisschen gewachsen sind ( mehr als eine oktavspanne ist leider am klavier überhaupt nicht drin), versuche ich mich stattdessen am ungleich schwereren dritten satz. der ist echt rock'n'roll!! also... wenn man ihn im entsprechenden tempo spielt. aber ich habe natürlich immer die worte meiner akkordeonlehrerin im kopf "mach langsam, kind! wichtig ist erst einmal, die richtigen töne zu treffen. tempo kommt dann von allein.". und so beherrsche ich jetzt immerhin schon die ersten 8 takte beidhändig in ca. einem zehntel des endtempos und die folgenden 6 takte in der rechten hand kurz vor dem endtempo. wenn das so weitergeht, müsste ich es in einem jahr eigentlich drauf haben! ;-)

entwarnung

reißzwecke nicht aus versehen verschluckt. nein, ich habe sie gefunden. oder vielmehr: beim rumtappen im unbeleuchteten klo hat mein fuß sie gefunden. schön, wenn der schmerz nachlässt. und lieber fußsohle als magenwand oder mastdarm, da bin ich ganz pragmatisch.

Samstag, Juli 29, 2006

wellengang

zum frustablassen habe ich heute noch die wände im klo angepinselt. oberhalb des fliesenspiegels befindet sich jetzt ein wellenmuster in meeresbrisenblau - damit es besser fließen kann.






was mir jetzt noch einige sorgen macht: zur befestigung der schablone habe ich reißzwecken benutzt. ich bin mir ziemlich sicher, dass ich zu beginn 4 stück hatte. jetzt sind es nur noch drei. und zwischendurch, beim abwaschen der schablone, hatte ich die immer im mund, um sie nicht zu verlegen. kam es also zu einer zweckenverschluckung?? es wird sich zeigen...

elternabend

war das schlimm...

immer, wenn meine eltern zu besuch kommen, nörgeln sie rum! vornehmlich an unserer wg-einrichtung, aber auch an meinem lebensstil. kleine kostprobe: "kind, du kannst doch nicht auf einer matratze auf dem boden schlafen! du brauchst doch ein bett! und überhaupt..das ist doch unhygienisch! und wieso habt ihr weder milch noch butter? (weil die nächsten 2 monate niemand hier sein wird!?) und die wäsche...die musst du doch draußen zum trocknen aufhängen! (es regnet!?) und die kabel, die können doch hier nicht im flur rumliegen! (sie liegen normalerweise hinter dem schrank, den ihr nur gerade verrückt habt!?) WIE DAS AUSSIEHT!!!" usw.usf. vor allem immer wieder dieses WIE DAS AUSSIEHT!!! - das nervt!
ich mag unsere wg! ich finde die imperfektion perfekt, das zusammengewürfelte, improvisierte. was sollte ich z.b. auch mit einem 258-teiligen kaffee-service?? natürlich muss eine wohnung nicht wie eine müllkippe aussehen - aber das sieht sie ja auch nicht! einmal in der woche wird geputzt und der abwasch stapelt sich auch höchstens zu zeiten großen stresses.
so trennten wir uns im streit und obwohl ich eigentlich heute schon mit nach dresden fahren sollte, bin ich noch hier, denn ich brauche nach diesem tag auf jeden fall noch zeit für mich. und womöglich eine schachtel zigaretten "auf ex", um mich wieder abzuregen...

Freitag, Juli 28, 2006

unruhe

heute nacht träumte ich von r. alle träume, in denen er vorkommt und denen ich stets durchaus eine große prophetische bedeutung zumesse , verstören mich zutiefst. diesmal war er überall, wohin ich kam, schon da und fügte mir auf jede erdenkliche art und weise gewalt zu. am nachmittag rief er zu allem übel noch an. alles in mir verkrampfte sich und nachdem wir die notwendigen organisatorischen dinge in aller kürze besprochen hatten, legte ich einfach auf. es ging nicht anders.

die kühle blonde ist nach leipzig zurückgekehrt und mit ihr auch meine große innere unruhe.

die ergebnisse der latein-klausur sollten heute per mail mitgeteilt werden. wurden sie aber nicht. es folgt ein weiterer tag bangenden wartens...


Montag, Juli 24, 2006

noch schnell ein orakelkärtchen vor der klausur gezogen:

lied des morgens: "love letter", nick cave and the bad seeds
obwohl...ich möchte mich gar nicht auf das eine lied beschränken. "as i sat sadly by her side", "fifteen feet of pure white snow" oder auch "the sorrowful wife" ( alle vom wundervollen album and no more shall we part) sind so schön konträr zur aktuellen präklausurellen hektik. wobei gerade "the sorrowful wife" einen mit einem minimalistisch-wagnerianischen spannungsaufbau, der sich bei 2:56 endlich entlädt, auch fast zum platzen bringt.
das wäre ja auch mal was: "es tut mir leid... ich habe meine klausur verplatzt"


noch 1 stunde 40 minuten.

dialog

5:48
'schlaf! bitte, schlaf! noch eine stunde, nicht viel, aber lohnenswert, bitte bitte...'. der geist verweigert sich. der körper möchte dem nahenden tag entfliehen, sein erwachen konsequent verschlafen, schweben, den zustand der schwerelosigkeit erreichen, weg, nur weg. der geist mit seinen zentner-, nein, tonnenschweren gedanken hält ihn am boden, erdet ihn. verweigert das, was der andere sich sehnlichst wünscht. der körper schreit, so laut er kann, 'lass mich schlafen!', schreit er. doch der geist setzt dem ein noch viel lauteres gedankendonnern entgegen. er poltert und lärmt und der körper fühlte sich noch nie unterlegener. so oft gelingt es ihm, den geist zu überlisten, ihm einzureden, was gut für ihn sei und was nicht, nur damit er durch die hintertür seine eigenen wünsche erfüllen kann.
5:54
nun fährt der körper härtere geschütze auf. knapp fünfzig minuten hält er immer noch für lohnenswert. oder wenigstens möchte er sich bewegen. nicht tatenlos rumliegen, den gedanken unterworfen, die ja doch nur immer wieder gegen die schädeldecke knallen und kopfweh verursachen, was ihm auch gar nicht gefällt. er schickt ein magenknurren, durst, blasendrücken, lässt die arme einschlafen. 'schlafen oder aufstehen! entscheide dich!'. der geist hört gar nicht mehr zu, ist längst schon wieder in anderen gefilden unterwegs. 'rückmeldung für das wintersemester, wohnung umräumen, überraschungsparty organisieren... und was hieß doch gleich pellere? das kann doch nicht sein!...pellere...pellere...'. 'lass mich aufstehen! wir könnten gemeinsam nachschauen!', schreit der körper, sieht seine chance gekommen, 'schau, da drüben liegt das buch. wir könnten nachschauen.'
noch ein blick auf die uhr - 6:13
jetzt sind sich beide einig: das bett muss verlassen werden. langsam die sachen packen, zettel, stifte, vor allem buntstifte zum markieren, aber auch den kugelschreiber nicht vergessen. und etwas zu trinken.
6:35
jetzt noch schnell ins bad, bevor die mitbewohnerin erwacht!


und was heißt jetzt pellere?
nachschauen.
schlagen, vertreiben.
na, das passt ja!

totpunktüberschreitung

auch das kommt mir seltsam vertraut vor: im laufe des abends und der nacht so viel kaffee getrunken, dass das warten auf den schlaf dem warten auf godot ähnelt. da aber nicht nur kehlköpfe weithin überschätzt werden, sondern auch nachtschlaf und mir dadurch außerdem wertvolle stunden zum lernen geschenkt werden, nehme ich diesen umstand/zustand mit wohlwollen an. zu wiederholen ist ohnehin noch einiges: stammformen der verben, passivkonstruktionen, konjunktive incl. merkmale und übersetzung, partizipien ( perfekt passiv, präsens aktiv und participium coniunctum), redewendungen, deponentien, aci ( akkusativ mit infinitiv), über 900 vokabeln, ablativus absolutus, zeitformen...

GRATIAS AGO!


und wenn ich schon mal dabei bin, noch einige formen, die ich zumindest recht amüsant finde:
volvo - ich wälze mich
tango - ich berühre
audi - hör! ( bzw. eben horch!)
disco - ich lerne

übernächtigteverzweiflung

noch 7 1/2 stunden bis zur latein-klausur.
doch ein bisschen spät mit lernen angefangen... immer das selbe!



Sonntag, Juli 23, 2006

grillen

heute abend hatte der herr feuilletonchef der großen leipziger tageszeitung den musikkritik-kurs zum grillen zu sich eingeladen.
schön war's!
die muwi-leute sind ohnehin sehr klasse! gemeinsame interessen verbinden schon sehr.

zu mehr reicht es momentan nicht. das sommerloch ist nicht nur ein halbes, sondern ein ganzes. großes. aufgeblähtes. alles verschlingendes.


am montag ist lateinklausur. hilfe....

Mittwoch, Juli 19, 2006

halbes...

o
ooo
ooooo
ooooooo
ooooooooo
oooooooooo
ooooooooooo
ooooooooooo
sommerloch
ooooooooo
ooooooo
oooo
o

Dienstag, Juli 18, 2006

spekulativ

lernen statt fernsehen
ferien statt uni
kochen statt fast food
musik aktiv statt passiv
freidenken statt wiederkäuen
eine hausspinne statt vier hausspinnen
woanders statt hier
schlafen statt grübeln über könnte-zustände
.
.
.
ja, wäre det nich wundascheen?

Sonntag, Juli 16, 2006

prophylaxe

weshalb schmetterlinge ( und hummeln) keinen husten bekommen:




exzessiver echinacea-konsum





was ich außerdem vor nicht allzu langer zeit befürchtet habe, ist nun eingetreten: meine nicht totzukriegende sehnsucht nach dem einen menschen hat mich nun wieder zum nerven- und gefühlswrack gemacht. gut, wrack ist übertrieben, aber ich bin auf dem besten weg dorthin. oder besser: wäre es. aber auch für mich habe ich nun einige prophylaxe-maßnahmen ergriffen, die hauptsächlich in selbstauferlegtem kontaktverbot bestehen ( zum wievielten mal inzwischen??). auf die dauer ist das ja auch alles andere als spaßig, nur die affäre zu sein. wie das klingt...affäre. ist aber so. weshalb es überhaupt wieder so weit kommen konnte, kann ich mir selbst auch nur unzureichend erklären. ich glaube, es liegt vor allem daran, dass mir an ihm so vieles so vertraut ist. positives und negatives. doch je öfter wir uns wieder gesehen haben, desto mehr ist mir auch wieder bewusst geworden, weshalb das mit uns nichts werden konnte, kann und auch niemals wird. abgesehen von seiner freundin. das kommt natürlich erschwerend hinzu. aber selbst, wenn es sie nicht gäbe... naja, das wäre jetzt ein fass ohne boden, eine unendliche geschichte, ein sich immerwährendes im-kreis-drehen. und nicht gut für mich, nein!, sicher nicht. wie gern würde ich dieses kapitel endlich hinter mir lassen...aber es ist so schwer.

Samstag, Juli 15, 2006

footless

nach einem ca. einstündigen (bar)fußmarsch über asphalt verschiedenster qualität ( wobei das wort jetzt nur die art und weise an sich meint, nicht etwa güte) fühlen sich meine füße an wie zwei klumpen. pulsierende, schmerzende klumpen. *schaut zum 76. mal nach, ob nicht doch diverse steine darin verblieben sind* - nein, nicht. oder schon festgetreten. die äußerst literablen blutig gelaufenen füßen habe ich zwar nicht erreicht, aber man sollte da auch nichts überstürzen. vorerst liegen sie jedenfalls gewaschen, dick mit melkfett eingeschmiert und in wollsocken verpackt auf dem fensterbrett, während ich diese zeilen hier gleich virtuell verewigen werde. immerhin: so habe ich einen überzeugenden grund, die einladungen zum dresdner stadtfest und zur schwesterwelle ( leider, leider...) absagen zu müssen. ( wir erinnern uns außerdem an den vorsatz, veranstaltungen mit zweifelhaften vergnügensaussichten zu meiden, was nicht immer leicht fällt, aber unter diesen umständen...)

lied des tages: missed me - the dresden dolls

Donnerstag, Juli 13, 2006

hitliste

film des tages: barfuß
lied des tages: l'amour - carla bruni. anfangs fand ich es "nur" schön, inzwischen bringt es mich zum weinen.
farbe des tages: abendrot nach gewitter
geruch des tages: park nach gewitter
tier des tages: wollschwein
wunschberuf des tages: chocolatier ( wie ist die weibl. form davon??)
geburtstagskind des tages: katrin aka rinchen
urlaubsziel des tages: new york. dort macht das rinchen (s.o.) ab september ein praktikum und ich werde sie über silvester besuchen
hautschmeichler des tages: orange-ingwer-bodylotion
vorsatz des tages: den vorsatz von vor einigen monaten aufzufrischen: filme nur noch allein sehen! grund: ich hatte annika gefragt, ob sie the order mitschauen möchte. nach weniger als einer minute meinte sie "kannst du das ausschalten? gibt mir irgendwie überhaupt nix...". *grummelt vor sich hin ob ihres mangelnden vermögens, kluge vorsätze konsequent durchzusetzen*
.
.
.
soll reichen

flimmerkiste

eben gesehen: "barfuß", endlich mal. sehr niedlich.
jetzt folgt das kontrastprogramm: "the order. cremaster 3", ein teil des cremaster cycle. meine videothek ist klasse!


außerdem noch ein zwei suchbilder: wo ist der regenbogen??


Mittwoch, Juli 12, 2006

sportfrei

für heute abend stand basketball auf dem plan. offener spieltreff in der uni. als ich ankam, war zunächst noch gar keiner da. abgesehen von ein paar jungs, die fußball spielen wollten. nun ja...nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. langsam kamen so einige. nur, wie soll ich sagen, das waren alles schränke! mindestgröße 1,90! in gewisser weise habe ich zwar auch schrankmaße, aber bei mir geht das eher in richtung kommode. als ich sie dann auch noch beim aufwärmtraining incl. freiwurfübungen gesehen haben, hat's mir gereicht. ich bin gegangen. no sports today... ( zur melodie von "no milk today" gesungen)

Dienstag, Juli 11, 2006

fettnäpfchen

tragikkomödie in einem akt

schauplatz: eine bank im garten des mendelssohn-hauses (mu.wi.-fakultät)
zeit: 5 minuten vor beginn des seminars
handelnde personen: annika und ich, professor


a. und a. sitzen auf der bank, reden über dies und das, trinken latte macchiato aus dem mu.wi.-kaffeeautomaten und rauchen

auftritt professor

professor fragt, ob die temperatur im seminarraum erträglich sei.
alternativen werden erwogen und wieder verworfen.
wiederholte frage nach der temperatur vom prof.

o-ton ich: "die temperatur ist ok. aber ich glaub, sie haben zu viel an."

irritierter blick vom prof., kein kommentar.
annika lacht sich innerlich kaputt.

professor ab.

a. und a. ab.


und die moral von der geschicht':
erst denken, dann reden!!

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sehr passend dazu auch mein heutiges orakelkärtchen:

Sonntag, Juli 09, 2006

morgenstund'

anmoderation und take 1 ( von 4) der fragen für das interview mit elmar schenkel am montag sind fertig. der kuss der muse ist zwar noch nicht direkt erfolgt, aber immerhin hält sie sich schon in meiner nähe auf, das spüre ich. sie ist nur schüchtern. wäre ich wahrscheinlich auch, als muse, man muss da ja auch vorsichtig sein, wen man küsst, sonst stellen bald die ersten forderungen und man ist nur noch am küssen, bekommt wunde lippen und dann verliert man auch schnell die freude. ich habe da vollstes verständnis. geht schließlich auch ohne, wenngleich um einiges schwieriger. oder es ist die mangelnde routine. ich würde theoretisch auch gern dafür plädieren, so ein interview mal völlig frei zu gestalten. ohne vorbereitete fragen. das gespräch einfach laufen lassen. mit elmar schenkel würde das, glaube ich, auch ganz gut funktionieren. letzte woche habe ich mich mit einer kollegin vom radio zum vorgespräch mit ihm in einem straßencafé getroffen - wir haben uns fast 2 stunden unterhalten und hätten das sicher auch noch länger tun können. wenn der fußball nicht gewesen wäre ;-) ( was aber auch für ihn gilt). allerdings fürchte ich, improvisation fände die moderatorin alles andere als gut. deswegen - und weil ich stets einen gewissen termindruck, gelinde gesagt, brauche - fällt nachtschlaf heute aus. in 6 stunden möchte die moderatorin das script und ein dossier über den interviewgast haben.

vor einer halben stunde ( die zeit, die unter dem post steht, stimmt nicht. es ist jetzt fast 5 uhr) setzte das erste singvogelsolo ein. bis dahin war lediglich das pianissimo-glucksen der rhythmusgruppe zu hören. inwzischen singen sie polyphon und mezzoforte. hin und wieder auch einige lautstarke einwürfe einiger besonders geltungssüchtiger. ich befürchte, dass mein kasseler besuch nun gar keinen schlaf mehr finden kann... sekunde, ich schließe mal das fenster... so.

jetzt klingelt auch schon annikas wecker. dabei ist sie doch erst vor 3 stunden zu bett gegangen. kein wunder, dass sie das klingeln gar nicht hört. ob ich mal rübergehe? ... nein, jetzt hat sie ihn ausgeschaltet.

so, take 2 wartet!

ver-rückt

da ich alles mal wieder bis zur letzten minute herausgeschoben habe und nun mehr als ausreichend zu tun habe mit "meinem" schenkel*, verschiebe ich meinen kommentar zum spiel auf einen unbestimmten zeitpunkt in unbestimmter zukunft.


* leseempfehlung: die elektrische himmelsleiter. exzentriker in den wissenschaften

Freitag, Juli 07, 2006

fundstück



diese karte lief mir gestern im copyshop über den weg. überhaupt begegnen mir seit februar erstaunlich viele elefanten, zumeist rote...

Donnerstag, Juli 06, 2006

pitschpatsch

wie schön doch so ein spaziergang durch den gewitterregen ist! crescendo und höhepunkt habe ich zwar leider verpasst, weil ich noch mit der berliner bekanntschaft geschrieben habe, aber 20 minuten hüpfen durch die pfützen war dennoch drin. nun fühle ich mich in hohem maße befreit und glücklich. und was machen da schon split und glasscherben in und regenwürmerinnereien und verwässerte hundekacke an den füßen?? nein, das stimmt natürlich auch gar nicht... an meine füße lasse ich nur warmes regenpfützenwasser und lindenblüten.

lied des abends:
freundeskreis - "anna"
immer wenn es regnet
muss ich an dich denken
wie wir uns begegnet sind
und kann mich nicht ablenken
nass bis auf die haut
so stand sie da
um uns war es laut
und wir kamen uns nah
[...]
pitsch patsch fiel ein regen wie die sintflut
das vordach die insel
wir waren wie strandgut
ich fand mut
war selbst überrascht über das selbstverständnis
meines geständnis'
"anna, ich fänd es schön
mit dir auszugehn
könnt mich dran gewöh'n
dich öfter zu sehn"
anna zog mich an sich
an sich mach ich das nicht
spüre ihre süßen küsse
wie sie mein gesicht liebkost
was geschieht bloß?
lass mich nicht los, anna
ich lieb bloß noch dich
andere sind lieblos - du bist wie ich
[...]

Mittwoch, Juli 05, 2006

sommernachmittag

nachdem ich erst eine stunde geschlafen und danach noch 90 minuten in der - diesmal aber außerordentlich tollen - komparatistikvorlesung gesessen hatte, beschloss ich, dass es das ja wohl noch nicht sein könne für einen so schönen sommer-sonnen-nachmittag. also ab auf's rad! erste station: bibliothek, der ich wieder mal zwei handvoll euros vermachte, weil ich immer so ein termin(ver)peiler bin. weiter ging's die karl-liebknecht-straße runter, die ein halbes jahr mehr oder weniger mein zuhause gewesen ist. wohl eher weniger, weil mir aufgrund der bekloppten wg jeglicher sinn dafür fehlte, diese wohngegend angemessen zu genießen. meine nächste station war die wundervolle videothek filmgalerie alpha60, bei der ich mich endlich mal anmeldete. gleich nebenan der bioladen meines vertrauens, in dem außerordentlich leckere limonade und tolle milch in meine tasche wanderten. weiter die karli runter gelangte ich dann schließlich zum feinkost-gelände, um im mrs.hippie eine minimodenschau mit mir selbst zu veranstalten.
das alles ist jetzt zwar nicht unbedingt das, was man sich unter einem echten sommernachmittag vorstellt ( denn das wären nämlich see oder freibad gewesen), aber schön war's trotzdem! und zwar so richtig! baden kommt dann morgen dran.

Dienstag, Juli 04, 2006

doof

das ist ja jetzt echt mist hier! ein "wäre ja auch zu schön gewesen" halte ich dennoch nicht für angebracht. die fußballmänner haben, imho, gut bis sehr gut gespielt und waren vor allem sehr sympathisch. es war kein glück, dass sie soweit gekommen sind, sondern schon überzeugende leistung. ein sieg gegen italien wäre drin gewesen, denn die waren auch alles andere als göttlich. aber dann waren es doch die nachlässigkeit im defense-bereich und der zu sichere glaube an das elfmeterschießen, die von einer sekunde auf die andere erst zum ersten und - ach du schreck! - auch noch zum zweiten gegentor geführt haben. schade.
dann halt platz 3 ;-)

meine helden der wm:

jens lehmann


und

philipp lahm

nachtgeflüster

gestern nacht, es war bisher alles ganz schön mit wein und so weiter, flüsterte mir r. ins ohr: "wirst du mir blumen ans grab bringen?". glücklicherweise geht mit nacht auch dunkelheit einher, sodass er nicht sehen konnte, wie mir meine gesichtszüge entgleist sind und sich meine augen binnen zehntelsekunden mit tränen füllten. nun ist er zwar schon jenseits der 40 und zu unser aller leidwesen hypochonder, aber jetzt schon von friedhofsbesuchen zu reden finde ich schon ganz schön makaber.

Montag, Juli 03, 2006

unentschieden

ich habe gewettet. und da ich wetten mit anderen oft gewinne, da ich einfach mal immer recht habe ( 1a selbstüberhebung, die in diesem speziellen fall aber durchaus ziemlich der wahrheit entspricht ;-) ), habe ich die wette mit mir selbst abgeschlossen, um die spannung zu erhöhen. folgendermaßen: wenn es die deutsche fußballmannschaft bis ins finale schafft, werde ich nicht nur mit einigen leuten nach berlin fahren, sondern mir auch die haare schneiden. dafür gibt es auch schon konkrete pläne, die ich aber gern mit einem foto illustrieren möchte und das geht nur, wenn ich wieder in leipzig bin. momentan bin ich nämlich noch in dresden wegen einer sehr stupiden sehnsucht, aus der ich am ende wieder als nervenwrack hervorgehen werde. an dieser stelle möchte ich gern eine kühle blonde zitieren: "dieses leben wird gefälligst im galopp verloren!". jawoll!

Samstag, Juli 01, 2006

beinaheunterwegs

in wenigen minuten werde ich mich wieder auf den weg nach dresden machen - heute werden die abiturzeugnisse dieses jahrgangs vergeben. ann-christin, der mensch, mit dem es nicht hat sein sollen, bekommt, wenn alles gut geht, ein abitur von 0,9. ja, das geht. und ihr sogar ganz leicht von der hand.


heute abend dann vielleicht noch abiball, je nachdem, ob jemand mit mir hingeht. allein will ich nicht, weil die 2 menschen, die ich aus diesem jahrgang wirklich kenne, mit ihren jeweiligen partnern hingehen.
morgen dann wiedersehen mit einem teil meines geliebten orchester.

die sonne scheint und die deutsche fußballmannschaft ist im halbfinale - kurzum: alles wunderbar ;-)

stöckchen

obwohl nicht an mich weitergereicht, nehme ich das stöckchen trotzdem mal an ( akute schlaflosigkeit):

welche 5 städte/orte möchtest du in deinem leben auf jeden fall noch sehen?
° indien
° san francisco
° samoa
° island
° sydney

welche technische(n) entwicklung(en) willst du in deinem leben unbedingt noch erleben?
° das beamen
° den warpantrieb
° teerfreie zigaretten
° den ipod in meinem haushalt

welche technische entwicklung bisher stellt für dich die allerwichtigste dar?
° das rad
° internet

wenn du eine historische person sein könntest, welche wäre das wohl?
° janis joplin

wie definierst du persönlich absolute liebe?
° nähe, freiheit und seelenverwandtschaft in einem wohlschmeckenden eintopfgericht

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karte des heutigen, ersten julitages:

Freitag, Juni 30, 2006

lehmann for president!

spannung pur im wm-stadion in leipzig!
ball suchen und hüpfen und bangen und schreien und rasseln und fingerkuppen abnagen und anni und nico umarmen und laola-wellen durch das stadion suppen lassen und rauchen und singen und herzklopfen und heiserkeit und freuenfreuenfreuenfreuen am ende

Donnerstag, Juni 29, 2006

prophezeiung

meine heutige orakelkarte:




ein unfehlbares zeichen, endlich mit dem lernen für die bevorstehenden klausuren zu beginnen.
morgen...
( saftra saftra, nje sewodnja... - weiß jemand, wie das auf russisch weitergeht??)

kennenlernen

heute mal 3 meiner dozenten aus der musikwissenschaft:



dozent in systematischer musikwissenschaft. die "mh"s bringt er immer, wenn mal jemand dazu kommt, eine frage zu beantworten oder wenn so etwas wie ein dialog entsteht - was sehr selten passiert. die zustimmenden einwürfe kommen jedenfalls immer an denkbar ungünstigen stellen - z.b. wenn der redner gerade eine kurze überlegungspause macht -, völlig am kontext des gesagten vorbei und seeehr häufig. in einer stunde habe ich die "mh"s mal mitgezählt. bei 250 habe ich aufgehört. dabei muss man noch in betracht ziehen, dass er ca. 80 der 90 minuten spricht!! aber das soll jetzt alles nicht negativ rüberkommen - er ist ein großartiger redner, drückt sich sehr gewählt und absolut einwandfrei aus und weiß vor allem eine menge über systematische muwi. cooler typ.

weiter geht's mit ihm hier:



bei ihm habe ich das seminar "musikkritik", er ist feuilleton-chef einer großer leipziger tageszeitung ;-) ein ziemlicher zyniker, das bringt der beruf sicher so mit sich, aber auch sehr wortgewandt und spaßig.

und dann noch:



mein dozent für historische musikwissenschaft. humor ist nicht direkt seine stärke, aber er hat echt ahnung und seine unfreiwillige komik ist kaum zu toppen.



das mal dazu. man merkt: ich habe hin und wieder zu wenig zu tun in der muwi ;-)

kärtchen

die heutige karte:



da möchte ich mir doch umgehend meinen rucksack schnappen, um ein paar sterne einzusammeln. nur... in leipzig gibt es nur so wenige und nähme ich die, wäre es ganz schon fies. außerdem: was macht man dann mit so einem sternenrudel? ich kann das doch hier gar nicht artgerecht halten! es ergeht folgender beschluss: die sterne bleiben dort, wo sie sind. da passen sie ohnehin viel besser hin.
und in weniger als einem halben jahr ist ja auch wieder weihnachten - dann gibt es zimtsterne. nach denen werde ich dann greifen, aber hallo!

Mittwoch, Juni 28, 2006

überlegungen

nach dem anschauen von "notting hill" ( schnulze am abend - erquickend und labend) kurzzeitig von der idee gepackt worden, in london weiterzustudieren. am king's college gibt es einen studiengang german & music, der mit einem äußerst faszinierenden lehrveranstaltungsangebot aufwaret. umgehend kurz vor einem aufregungsbedingten herzinfarkt gestanden. in diesem stadium wäre ich auch immer noch, hätte ich nicht die seite entdeckt, auf der die kosten aufgelistet werden. mir fällt dazu nur ein: bei denen hackt's wohl! 10,500 pfund!!! pro jahr oder semester - das hat mich dann nicht mehr so richtig interessiert, weil es ohnehin utopisch ist.
naja...
london ist bestimmt ohnehin eine doofe stadt.
und zu essen gibt's dort auch nix vernünftiges.
und es regnet immer.
und die briten sind auch ganz unfreundlich.
und...! und...! und...!

*fällt vom rückenfreundlichen bürostuhl*

morgenfrische

war ich gestern tatsächlich noch depri, weil ich mich mal wieder von der ahnung einer veränderung bedroht fühlte? heute morgen gelingt es mir endlich, allem auch wieder positive seiten abzugewinnen: auch ich könnte weiterziehen. vielleicht endlich den traum tübingen verwirklichen. mich dezimieren, was den hausrat anbelangt. solche sachen...
passend dazu auch meine heutige orakelkarte von judith bärtschi:





lied des morgens:
madness - one step beyond ( SKA)
instrumentaler ska ist ohnehin eine feine sache, wie ich eben feststelle.

Dienstag, Juni 27, 2006

depri

wenn's blöd kommt, steh ich ab oktober ohne lieblingsmitbewohnerin da. annika findet leipzig zu kleinstädtisch - klar, sie kommt aus berlin - und möchte momentan unbedingt nach köln. hinzu kommt, dass sie theologie nicht weiterstudieren möchte und mit einem wechsel sieht es durch die umstellung auf bachelor/master in leipzig sehr schlecht aus. konkret: er wäre unmöglich. menno!

lieder des tages:
zero 7 - distractions
pure rain - broken wings
jack johnson - sitting, waiting, wishing
katja maria werker - what the bird said
beethoven - mondscheinsonate, 3.satz
krezip - i would stay

Montag, Juni 26, 2006

satz

sehr viele lustige sätze heute im spiel schweiz-ukraine, die ich mir aber alle nicht gemerkt habe.
dafür jetzt noch ein beckenbauer vom afterglow: "in so einem k.o.-system kann nur einer gewinnen. und hier war es der andere."

gedenkminutenbitte

eine gedenkminute für das ausscheiden der australier gegen die azurblauen.
eine gedenkminute für das ausscheiden der schweizer gegen die ukrainer.

mindestens 3 gedenkminuten für bruno.

on the road

mein weg zurück nach leipzig ging so:
von kassel bis kirchheimer dreieck mit der mitfahrgelegenheit, einem berufsschauspieler. dann auf einem rastplatz ca. 10 menschen angesprochen, ob sie nicht richtung erfurt/eisenach/dresden führen - nix. waren aber auch nur ältere ehepaare und die nehmen tramper - erfahrungsgemäß - ohnehin nicht so gern mit. schon etwas niedergeschlagen wurde ich dann aber von einem geschäftsmann angesprochen, der wohl meine versuche so ein bisschen mitbekommen hatte und fragte, wohin ich wolle. schwupps saß ich in einem schnellen bmw, leider ohne klimaanlage, und fuhr mit ihm, während ich mir seine ausführungen zu den themen leuchtröhrentechnik ( als vertreter dieser geräte arbeitet er), technisches hilfswerk ( da arbeitet er ehrenamtlich) und brd-ddr ( das lag ihm scheinbar sehr am herzen) anhörte, bis erfurt. war aber insgesamt sehr nett. an der tankstelle habe ich eine junge frau mit sportwagen angesprochen und sie hat mich auch direkt mitgenommen. mit ihr hatte ich dann eine sehr amüsante und interessante fahrt bis kurz vor leipzig. sie spielt auch akkordeon! und war beim spiel ukraine-spanien in leipzig, davon erzählte sie dann auch sehr detailiert. die letzten 8 km absolvierte ich mit einem kinnlosen und seltsamen müllwagenfahrer ( aber nicht im müllwagen!). und so war ich ganz flugs - in weniger als 5 1/2 stunden! - in leipzig, fast direkt vor meiner haustür. für sage und schreibe 5 euro! genial!

Sonntag, Juni 25, 2006

kuss

bis vor wenigen minuten mit silke im konzert von götz alsmann in vellmar gewesen. sehr, sehr schön! später mehr dazu.

gutenachtgeschichte

the end of the world

Samstag, Juni 24, 2006

fußball ( mal wieder...)

nahezu stadionatmospähre beim spiel deutschland-schweden, das ich mit silke, meiner ausgezeichneten gastgeberin, und ihrer quasi-mitbewohnerin und freundin in einem hörsaal der uni kassel sah. prinzipiell ganz schön, auch das spiel und alles. aber was mich zunehmend stört sind die fangesänge, die ich ganz schwer einzuordnen vermag. vielleicht mal zwei beispiele:
a) das "lied" geht so: *klatsch-klatsch-klatsch-klatsch-klatsch*-"SIEG"!!
b) zur melodie von "go west" wird gesungen: "steht auf, wenn ihr deutsche seid" usw.
ganz ehrlich: da fehlt doch nur noch der vorgestreckte rechte arm der mitläufermännchen. bilde ich mir das nur ein, weil ich ja ohnehin so völlig anti-nationalpatriotisch bin? oder hat das in der tat etwas von "wollt ihr den totalen krieg?" - "jaaaaaaa" ???? gruselig finde ich das ja von zeit zu zeit schon, weil ich das gefühl habe, dass der fußball nur noch eine sehr untergeordnete rolle spielt ( von dem ganzen kommerzkram mal abgesehen...)
nun ja.
danach gabs lecker essen: gnocchi mit möhren-zucchini-tomaten-rahmsauce. mjammi!
anschließend dann das spiel argentinien-mexiko, das wir bei den nachbarn von silke sahen. leider kein überragendes spiel, wie ich finde. von meinen lieblingsargentiniern hätte ich irgendwie mehr erwartet, da ich immer noch das spiel mit der elfenbeinküste als referenzspiel in meinem kopf habe, das mich im grunde erst für die wm begeistert hat. aber immerhin: argentinien hat gewonnen und so geht's im viertelfinale dann gegen deutschland. ich gehe davon aus, dass es dann die halbfinalbegegnung argentinien-schweiz geben wird ;-)

satz des tages: "sobald man den argentiniern platz lässt, spielen sie einem von hinten durchs nasenloch." ( jürgen klopp nach dem spiel zu kerner)

kassel II

der tag begann ganz entspannt mit einem mittäglichen frühstück. danach war zuschauen bei der drachenbootregatta auf der fulda geplant, aber durch etwas verpeilte zeitplanung sahen wir lediglich den zieleinlauf des siegers. vermutlich. eigentlich sahen wir ihn nicht mal, sondern nahmen nur akustisch an dem ereignis teil. besonders spektakulär war allerdings die fahrt zur fulda: mit silke damensattelmäßig auf dem gepäckträger gings mit einem uralt-diamantfahrrad durch halb kassel, eine wacklige, aber amüsante angelegenheit. danach fuhren wir noch ein stück zum buga-see, einem alten arm der fulda, der für eine bundesgartenschau vor rund 30 jahren mal schön gestaltet wurde ( ich habe das jetzt nicht persönlich nachgeprüft, sondern quassele nur dilettantisch silkes ausführungen nach. "das oblatendünne eis des halben zweidrittelwissens" sag ich da nur). dort gabs jedenfalls strand und natürlich wasser und es war einfach nur klasse. ich habe dadurch zwar inzwischen die farbe eines gekochten hummers angenommen, aber ich hege noch die hoffnung, in diesem sommer vielleicht mal ein stilvolles dunkelbeige zu erreichen. und das geht nun mal nur über den umweg sonnenbrand.

Freitag, Juni 23, 2006

kassel

lässt sich ganz gemütlich an.
von netten, audifahrenden menschen wurde ich bis zum stadtrand mitgenommen. von da aus ging es eine stunde zu (bar)fuß zum bahnhof wilhelmshöhe. dort dann ein wenig warten auf silke, die aus wien kam, mit etwas verspätung und nun gerade duscht. kassel hat ein bisschen was von berlin-charlottenburg, soweit ich das bisher beurteilen kann. und überhaupt muss ich feststellen: deutschland ist doch irgendwie überall gleich. wird zeit, dass ich hier mal wegkomme und sei es auch nur kurzzeitig.
zu überprüfen: hat kassler - das fleischgericht - tatsächlich etwas mit kassel - der stadt - zu tun?

Donnerstag, Juni 22, 2006

ausfahrt

eine kleine fahrradtour führte mich heute, rein zufällig ;-), nach halle. die hinfahrt ging bei konstantem gegenwind und in steter bergaufbewegung durch kleine dörfer, deren namen ich allesamt schon wieder vergessen habe. die anhaltinische architektur mag ich sehr, kann sie aber gerade gar nicht so richtig beschreiben. dann gabs ein bisschen lesung. ein bisschen sehr schöne lesung. für den rückweg wählte ich dann die bundesstraße, weil ich glaubte, so schneller wieder zurück nach leipzig zu kommen. obwohl mir katrin im vorhinein davon abgeraten hatte. schnell merkte ich auch, weshalb, denn ich kam nach einigen kilometern an ein schild: roter kreis auf weißem grund mit einem schwarzen fahrrad in der mitte. nun habe ich zwar noch keine fahrschule besucht, aber ich glaube mich zu erinnern, dass schilder mit rot immer was mit verboten zu tun haben. ich entschloss mich, das schild zu ignorieren und fuhr einfach weiter. im falle des falles wollte ich entweder auf unwissen oder auf unzurechnungsfähigkeit plädieren. polizei kam aber nicht vorbei, nur einige autos hupten, während sie mit 120 an mir vorbeidüsten. passiert. als ich dann zum zweiten mal einem solchen schild begegnete, beschloss ich dennoch, lieber einen wenig vertrauenserweckenden waldweg zu wählen, vorbei an abgewrackten fabrikgebäuden und seltsamen wäldern. nach einigen irrungen kam ich dann doch an, völlig fertig ( man fährt ja nicht jeden tag einfach mal so 80km durch die gegend), aber glücklich.
das dazu.

Mittwoch, Juni 21, 2006

verständnisschwierigkeiten

heute hielt karola obermüller, eine junge komponistin, die momentan an der harvard university ihre dissertation schreibt, einen vortrag über ihr komponieren und ihre kompositionen bei uns an der musikwissenschaftlichen fakultät. eine sehr sympathische frau, erfrischend unauffällig und sehr sehr klug. die gedanken, die sie sich um ihre werke macht, sind beeindruckend und zeugen von sinn für philosophie. was nur immer wieder schade ist bei der neuen musik: ich habe das gefühl, dass die musik selbst die hochgeistigen und unglaublich durchdachten konstrukte der komponisten nicht auszufüllen vermag. für mich besteht da immer eine diskrepanz. nicht, dass ich neuer musik ablehnend gegenüberstehen würde - ganz im gegenteil! im herbst fahre ich zu den donaueschinger musiktagen, weil mein interesse schon ziemlich groß ist. "verkopfte" dinge üben ja auch schon seit jeher eine große faszination auf mich aus, auch wenn ich sie oft nicht verstehe. und ich sehe auch durchaus ein, dass es nahezu zwingend notwendig ist, dass die musik immer neue wege geht... aber irgendwie, ich weiß nicht, fehlt mir bei völlig atonalen kompositionen das gefühl. sie nehmen mich emotional nicht mit.
vielleicht kommt das noch mit der erfahrung...

Montag, Juni 19, 2006

kulinarisches

dinge, die zwar evtl. u.u. lecker sind, aber völlig abartige namen haben:
ich beginne mal mit "harzer blasenwurst".


wer weiß noch was?

( p.s. für silke: kommentare sind jetzt auch für unangemeldete möglich - jetzt hast du keine ausrede mehr, du schlawiner!)

begebenheiten

nach leipzig fuhr ich heute mit einem alternativen hiphopper, einem sich ausschließlich bio ernährenden jungen mann und einer momentan obdachlosen feuerjongliererin. letztere hat interessanterweise die letzten 4 monate in indien verbracht. gern hätte ich mich auch ausführlich mit ihr darüber unterhalten, aber das auto zeichnete sich dadurch aus, keine klimaanlage zu haben, weshalb wir die gesamte strecke mit geöffneten fenstern fahren mussten, um nicht wegzuschmilzen. naja, lieber gesprächs- als bewusstseinsverlust. außerdem wohnt sie die meiste zeit im park und dorthin kann ich ja gehen, um mich mit ihr zu unterhalten.

Sonntag, Juni 18, 2006

dekadent

mit arvo pärts meditativer minimal music im ohr in einer überfüllten straßenbahn zur brn ( bunte republik neustadt) fahren und in andere sphären entschweben.
die brn ist das jährlich stattfindende stadtteilfest der dresdner neustadt, einem linksalternativen stadtteil. aus den bars und restaurants schallt ( resp. dröhnt) musik - alles von blues, latino, klezmer bis techno und drum'n'bass -, aller paar meter stehen bühnen, auf denen wiederrum menschen musik machen. die ansässigen geschäfte und anwohner verkaufen zu extrem fairen preisen selbstgemachte limonade, alkoholika, fettbemmen, curry, nudeln, obst, pizza, aber auch kleidung und gebrauchsgegenstände... und auf den straßen hüpft ganz dresden, so könnte man meinen. an den nachmittagen ist dieses fest wunderschön, auch am frühen abend noch. was allerdings sehr schade ist: gegen abend, wenn es die halbstarken mit dem alkoholkonsum übertrieben haben, gibt es regelmäßig tumulte, schlägereien und großeinsätze der polizei. das ist nicht nur für die anwohner und friedfertigen besucher äußerst ärgerlich, sondern schadet dem image der brn bzw. der neustadt allgemein extrem.


an der haltestelle traf ich gestern noch eva, lisas schwester. sie lud mich zu lisas rückkehrfrühstück ein. lisa war ja ein halbes jahr in rumänien, allerdings hat sie nicht in einem kinderheim gearbeitet, wie ich fälschlicherweise angenommen hatte, sondern in einer schule für lernbehinderte kinder. seit einer woche ist sie wieder da. ich habe diese gute fee wirklich sehr vermisst.
und nun träume ich von indien.
dorthin möchte ich mit lisa - wenn alles klappt - im nächsten sommer reisen

Samstag, Juni 17, 2006

naturschauspiel II

das scheint ja ein sehr sehr heftiges unwetter gewesen zu sein! man denkt ja oftmals gar nicht an die folgen anderswo, wenn es in der eigenen umgebung verhältnismäßig ruhig zur sache geht...
das darf gern auch global verstanden werden.

Freitag, Juni 16, 2006

naturschauspiel

gerade eben fand auch noch ein echtes naturschauspiel statt.
wind wurde zu sturm, blauer himmel zu gelb-grauem und es hagelte, was das zeug hielt. geschätzter hagelkorndurchmesser: 5cm. schon schön, wenn man das alles von drin verfolgen kann.

ballspiele

argentinien gegen serbien-montenegro. hui, da ging's zur sache! zur halbzeit habe ich noch zu annika gesagt: pass mal auf, das wird mindestens ein 5:0 - et voilá! da argentinien ohnehin mein favorit ( schweiz und elfenbeinküste - die ja jetzt leider ohnehin rausgeflogen ist - sind eher scherzhaft gemeint) ist, hat es mich gefreut.

dann noch niederlande gegen elfenbeinküste. schade! aber ich muss gestehen, dass ich das spiel auch überhaupt nicht gut fand. ich erinnere mich noch an das spiel der elfenbeinküste gegen argentinien...da war spielfreude zu spüren und es ging absolut fair zur sache, kaum gelbe karten, wenn überhaupt. und heute spielten sie so aggressiv, dass es gar nicht mehr schön war.

mexiko - angola läuft jetzt nur noch im hintergrund und ohne ton. mehr als 2 spiele am tag sind aufmerksamkeitstechnisch nicht drin.


sätze des tages:
"beide sind sie gleich groß...naja, eher beide gleich klein gewachsen."
"da werden nach dem spiel sicher noch kleingärtnerische debatten geführt."
"der ist mehr der typ kompaktmodell."
ansonsten überzeugt mich beckmann aber kaum noch.

Mittwoch, Juni 14, 2006

euphorie

...stellt sich bei mir irgendwie nicht ein, wenn deutschland spielt. umgekehrter nationalstolz, aber sowas von. beziehungsweise angeborenes immer-für-den-außenseiter-sympathien-entwickeln.
naja.
die erste halbzeit habe ich dann trotzdem mit annika, noch ein paar anderen bekannten und gefühlten 5 millionen menschen auf dem augustusplatz vor der oper verbracht. und nix gesehen. aber es ist ja ohnehin nix passiert. dafür hat mich eine ungeheure "geruchs"vielfalt erschlagen. ein haufen schwitzender und (dumm)schwatzender menschen. in der halbzeitpause habe ich dann erst doro abgeholt - sie ist gar nicht erst auf das gelände gekommen, weil schon zu viele menschen da waren - und bin dann mit ihr in eine bar gegangen. dort war es dann auch viel netter.
bild des tages: wie torreros gekleidete spanier lassen sich mit deutschen polizisten fotografieren.

premiere

heute zur hauptverkehrszeit ( resp. verkehrsstoßzeit, berufsverkehr) absolvierten polizeischüler ihre verkehrsregelungsübungen auf großen leipziger kreuzungen. so erkläre ich mir das jedenfalls. die verkehrspolizeischüler wirkten sehr souverän, was aber auch daran liegen kann, dass ich sowas noch nie zuvor gesehen habe. verwirrt waren wohl eher die auto- und fahrradfahrer, insbesondere ich, was aber auch daran liegen kann... kurzum: ich bin dann einfach den anderen hinterhergefahren und dass ich noch lebe halte ich für ein verlässliches indiz dafür, dass das wohl nicht ganz falsch gewesen sein kann.



mit dem "satz des tages" tue ich mich momentan ein bisschen schwer, da ich die spiele, die ich sehe, auf dem augustusplatz sehe und bisher immer zettel und stift vergessen habe. merken kann ich mir sowas ja äußerst selten. gestern kommentierte wieder herr beckmann. abgesehen von einigen zynischen kommentaren über die brasilianer fand ich ihn aber nicht überragend. besonders störend waren seine groben verstöße gegen die grammatik, speziell im bereich der relativpronomen. das scheint sich aber flächendeckend momentan so einzuschleifen: ich höre und lese oft, dass menschen relativsätze mit "was" ( statt "das") und "wo" ( aus bequemlichkeit, weil man sich dadurch längere satzkonstruktionen spart) einleiten. aber gut: sprache ist ein selbstregulierendes system, fast schon organisch und (sprach)evolutionären vorgängen folgend. und das ist nicht zwangsläufig schlecht. nur finde ich, könnte man sich als in der öffentlichkeit in erscheinung tretender mensch schon ein bisschen mehr mühe geben.

Dienstag, Juni 13, 2006

gerücht

wer will eigentlich herausgefunden haben, dass das beste mittel gegen muskelkater erneutes sporttreiben ist??
ich war heute morgen wieder rennen und kann mich jetzt kaum noch bewegen, weil alles weh tut, insbesondere oberschenkel und wirbelsäule. wahrscheinlich wäre schwimmen besser für mich. wenn mensch ohnehin schon haltungsschäden hat, sollte er/sie womöglich nicht extra noch ungesunden sport machen. nur scheint der see im park nebenan nicht so geeignet zum schwimmen zu sein. ich muss dringend auskundschaften, wo sich hier die nächste badegelegenheit aufhält. und morgen früh werde ich nicht laufen gehen, um am abend einigermaßen fit für basketball zu sein. wobei... morgen abend sind auch spannende fußballspiele. ich werde eine münze werfen.

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frau berg versteigert ihren ipod. das aktuelle höchstgebot liegt bei 260 euro. damit bin ich raus. bloß gut!

idylle


vati mit miez

Montag, Juni 12, 2006

phobienbekämpfung

seit jahr und tag habe ich eine große telefonphobie. mit freunden kommunziere ich lieber von angesicht zu angesicht oder per mail und wenn ein telefonat mit öffentlichen institutionen - ämter etc. - ansteht, muss ich mich immer erst tagelang motivieren. das telefonat mit den stadtwerken habe ich so lange hinausgezögert, bis schließlich mehrere mahnungen im briefkasten lagen. allerdings waren sie ungerechtfertigt. so halb. denn meine rechnung habe ich zwar termingerecht beglichen, aber durch einen zahlendreher ist der betrag nicht exakt dort angekommen, wo er hin sollte. und da nur noch wenige tage übrig waren, bis der strom abgeschaltet würde, habe ich mich heute dann endlich mal dazu durchgerungen, dort anzurufen. und es war auch gar nicht so schlimm. es ist eigentlich nie schlimm. nur ich bin zu phobisch. die frau am anderen ende der leitung war dann auch ganz freundlich, der fehler konnte ganz leicht behoben werden und am ende meinte sie sogar, dass sie die sache mit den mahngebühren ( immerhin fast 40euro) vergessen würde. weil es das erste mal sei und ich quasi unschuldig. und weil die sonne scheint.

joggen

...ist ja sowas von langweilig!
und anstrengend noch dazu. gerade eben war ich eine halbe stunde unterwegs, erst ein bisschen durch die straßen, dann in einem netten park mit see und leider vielen menschen. schließlich kam ich unterhalb des zoos raus, dann noch ein bisschen die straße entlang und ich war wieder daheim. das waren sicher nur 2km, wenn überhaupt, aber mir kommt es vor, als wäre ich bis palermo... ach nein, das liegt auf einer insel... also, bis madrid und wieder zurück gerannt. oder peking. eine halbe stunde rennen und ich fühle mich mehr tot als lebendig. mein kopf hat sich optisch der haarfarbe angepasst, die ich hatte, bevor die haare ausgelaufen sind. berührte ihn doktor best mit seiner superzahnbürste - er würde platzen, trotz des unglaublich flexiblen bürstenkopfes.
und schlecht ist mir auch noch.
naja, es wäre ja auch zu einfach, wenn sich ein lebenswandel so einfach vollziehen ließe!

prag

bilder vom pfingstsonntagsausflug nach prag mit mutti, vati und marie.
schöne stadt, da könnte man eigentlich mal ein semester lang studieren...








Sonntag, Juni 11, 2006

empfang

der himmel sieht aus wie eine realität gewordene farbstudie von bob ross

hinter mir ein kokosduftmädchen, das sich das prinzessinnenhaar bürstet und sich noch mehr beduftet, während ihr freund über ein computerspiel ins leere referiert

die haltestellenansagerin macht aus der emmausstraße eine m-maus-straße

das mdr-hochhaus kommt mit jeder kurve näher

und dann:
orangegesprenkelte volksfeststimmung auf dem augustusplatz



ich bin zu hause!

heimwärts

in gut 2 stunden sitze ich im auto meiner mitfahrgelegenheit, die mich wieder zurück nach leipzig bringt. die 1 1/2 wochen dresden haben mir sehr gut getan, ich habe nahezu alle freunde ( die man aber durchaus an 2 händen abzählen kann) getroffen, gut geschlafen, gut gegessen und so weiter. aber nun habe ich hummeln im hintern, wie man so schön sagt, und obwohl ich noch eine nacht und einen halben tag hier bleiben könnte, hält mich hier nichts mehr. irgendwann ist auch mal wieder gut. irgendwann ist jetzt.
was noch zu tun ist: sachen packen, abwaschen, geschirr einräumen, mit der miezekatze schmusen.



satz des tages:
"der [freistoß] ist ihm völlig misslungen - nojo..." ( ehrlich, das hat der rtl-kommentator beim spiel niederlande - serbien/montenegro gesagt)

Samstag, Juni 10, 2006

nachtrag

die torhüterfrage konnte mir philo überzeugend beantworten. er recherchiert für mich jetzt auch die weiterführende frage, wie sich ein land überhaupt für eine wm qualifiziert.

nachdem das spiel schweden - trinidad/tobago recht lahm war, aber immerhin mit einem unentschieden endete, war argentinien - elfenbeiküste dann doch sehr schön anzusehen. leider nicht mit dem von mir erhofften sieg für die elfenbeinküste, na, aber klasse war's halt trotzdem. und richtig spielfreude auf dem feld! nicht so eine verbissenheit wie bei den schweden und engländern.
reinhold beckmann kommentierte über weite strecken nicht besonders emotional. nur gegen ende hin merkte man ihm deutlich an, dass er dem außenseiter - aber geheimfavoriten - auch mindestens ein unentschieden gönnen würde. da ging er dann auch mal ein bisschen aus sich heraus. dennoch, kein mann des überschwangs; dafür aber der poesie. von ihm stammt deshalb der zweite satz des tages:
"es ist schön zu sehen, wie riquelme der taktgeber ist, das metronom im spiel der argentinier."
mit dieser musikalischen metapher hat er mich natürlich sofort gekriegt.

frage

weshalb tragen die torhüter eigentlich grundsätzlich andere trikots als der rest der mannschaft?

warum david beckham bei 27°c ein langes oberteil trägt, frage ich lieber nicht... dazu hat ihm bestimmt sein eigens für die wm engagiertes imageberaterteam geraten.

samstag

der tag bisher: sehr entspannt.

gleich kommt philo vorbei, um mit mir das spiel schweden - trinidad/tobago anzusehen. ich bin ja wie gewohnt für den außenseiter aus der karibik. philo meint, gegen schweden hätten die nicht den hauch einer chance. we'll see. das ist überhaupt mein allererstes fußballspiel, das ich mit einem männlichen kenner ansehe. vati gestern zählt nicht - er hat noch weniger ahnung von diesem spiel als ich, obwohl er das gegenteil behauptet. aber philo spielt selbst schon, seit er ganz klein ist. seine spezialitäten: muskelfaserrisse, armbrüche und verstauchungen. bei sich selbst, versteht sich. aber ich glaube, ahnung hat er trotzdem.


satz des tages bisher:
"paul robinson weiß nicht, wie instabil das frankfurter faltdach ist, da kann er doch nicht einfach [da]gegen schießen!" ( ard-kommentator, nachdem der englische torwart beim abstoß den ball gegen den videowürfel unter dem stadiondach geschossen hatte)

Freitag, Juni 09, 2006

fiebrig

eine schlimme krankheit hat mich zu meinem eigenen bedauern - und besonders auch zu dem meiner eltern - heute vollends gepackt. normalerweise habe ich ja eine intuitive abneigung gegen massenphänomene und insofern wäre es logisch, würde mich das aktuelle fieber ( ich mag es gar nicht beim namen nennen) vollkommen kalt lassen. aber nein. ganz im gegenteil. so viel verschwendete lebenszeit, die man nervös und hibbelig und essen in sich hineinstopfend und klugscheißernd vor dem fernsehgerät verbringt, um ca. zwei dutzend menschen beim umherhüpfen zuzuschauen. was man da alternativ alles tun könnte! erfindungen könnten gemacht werden oder auch aktionskunst! nun ja, der erste tag ist vorbei. noch 29. hach, und dann beginnt auch schon wieder die prüfungszeit...


satz des tages:
"da müssen sie aufpassen, dass sie sich nicht einschläfern lassen von der tempoverschleppung der costa ricaner!" ( zdf-kommentator des spiels costa rica - deutschland)

Mittwoch, Juni 07, 2006

frühsommerschlaf

die blogger scheinen sich zum gemeinschaftlichen sommerschlaf verabredet zu haben... zumindest die 4, die ich regelmäßig lese ( else, johanna, frau julie, juansi). auch mein letzter eintrag ist fast schon wieder eine woche alt. woran das wohl liegt?
naja, ich gehe jetzt erst einmal holunderblüten sammeln. daraus wird dann wohlschmeckende marmelade gekocht. mjammi!

Donnerstag, Juni 01, 2006

zurück

lisa, die das letzte halbe jahr in rumänien in einem kinderheim gearbeitet hat, kehrt morgen zurück nach dresden. sie ist ein wundervoller mensch. einfühlsam, warmherzig, intuitiv weise, vielseitig begabt, voller liebe... ich wünschte, es würde mehr menschen wie sie geben. sicher gibt es sie auch und ich habe sie nur bisher zu selten kennengelernt. darauf hoffe ich.


lisa im sonnenblumenfeld bei der einwöchigen philosphie/kunst-exkursion zum kloster st.marienstern 2003



klosterimpression